Schriftgröße: 
normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten
 
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter
 

Milmersdorf

Alte Straße in Milmersdorf

Gemeinde Milmersdorf mit den bewohnten Gemeindeteilen Milmersdorf, Götschendorf, Groß-Kölpin, Hohenwalde, Petersdorf und der Petersdorfer Siedlung Milmersdorf Das Straßendorf Milmersdorf liegt 10 km nordöstlich von Templin. Die Geschichte des Dorfes war Jahrhunderte von Ackerbau und Viehzucht geprägt. Durch die rasche Entwicklung von Industrie- und Baubetrieben im Territorium wurde Milmersdorf, vom einstigen kleinen Siedlerdorf mit seinen Gutsarbeiterkaten, zu einem ansehnlichen Wohnkomplex. Milmersdorf liegt an einem Moränenweg, inmitten des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. Vielseitige Informationen über die Besonderheiten dieses Großschutzgebietes vermittelt Ihnen die Naturwacht, Stützpunkt Milmersdorf. Auf Feld- und Wanderwegen kann der Besucher die einheimischen Wildarten aus den nahegelegenen Wäldern der Schorfheide beobachten. Zentralpunkt des Dorfes ist die Grundschule. Milmersdorf hat 1.817 Einwohner (Stichtag 30.09.2004). Zahlreiche Unternehmungen, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe haben sich seit 1989 gebildet und entwickelt. Ein Bebauungsgebiet für Wohnhäuser und Gewerbe wurde an der L100 erschlossen. Auf Wanderwegen erreichbar, bietet der Kölpinsee erholsame Stunden zum Baden, Schwimmen und Ausruhen. Unter dem Namen "Milde Braderstorp" wurde Milmersdorf im Jahre 1320 erstmalig urkundlich erwähnt. Das Dorf hatte 3.000 Morgen Ackerland. Auf dem Kapellenland zwischen Milmersdorf und Kölpin, unweit des Kölpinsees, sind noch Reste einer Kirche zu sehen. Sie stammen aus den Kriegsereignissen des Jahres 1469. Mitte des 15. Jahrhunderts kauften derer von Arnim das Dorf, dazu gehörten auch Libbesicke und Kölpin. Nach einer bescheidenen wirtschaftlichen Entwicklung brachte der 30-jährige Krieg Zerstörung und Not. Im Dorf blieben 2 Bauern, 2 Kossäten und 1 Hirte zurück. Das Arnimsche Gut blieb erhalten. Überlieferungen aus dem Jahre 1687 zufolge, waren nur 2/3 der Felder nutzbar. Der Rest war mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Als steinig und sandig wurde das Ackerland, der Wuchs der Wiesen als schlecht bezeichnet. Von den Äckern waren keine reichen Ernten zu holen. Das Dorf hatte sich wohl deshalb andere Möglichkeiten erschlossen und lebensfähig zu bleiben. „Dorf Milmersdorf mit Mühlen und Mühlenstätten“ wurde der Ort um 1714 genannt, er besaß 1 Wassermühle, Schneidemühle, später 1 Windmühle sowie Wassergetreide-, Säge- und Gipsmühle. Das Handwerk und Gewerbe entwickelte sich spürbar. 1913 erwarb Familie Eichwede den Arnimschen Besitz. Alle Dorfbewohner waren Gutsarbeiter. Zum Areal gehörten Schloss, Gärtnerei, Tennisplatz, Schießplatz, Stallungen, Schmiede, Reit-platz, Park, Turnhalle, Jagdgebiete und andere Anlagen. Kriegshandlungen im Jahre 1945 verschonten die Gutsanlage, diese war bei Beendigung des Krieges völlig intakt, sie ist heute jedoch kaum noch als solche erkennbar. Im Zuge der Bodenreform wurden 1.712 ha aus der Land-, Forst- und Fischwirtschaft an landlose Bauern, Landarbeiter, Umsiedler und Forst- bzw. Fischwirtschaftsbetriebe aufgeteilt. Groß-Kölpin Groß-Kölpin liegt im Südwesten des Amtsbereiches. Es ist ein langgestrecktes Straßendorf, dessen Aussehen noch besonders deutlich von der einstigen Guts- und Vorwerkswirtschaft geprägt ist. Haupterwerbszweig der Tagelöhner, Gutsarbeiter, Siedler und LPG-Bauern war von jeher die Landwirtschaft, doch der Boden gab auch in der Vergangenheit keine Reichtümer her. Die Gehöfte entlang der Straße bis Friedenfelde sind Zeugen verschiedener Gesellschaftsordnungen. Da sieht man die Feldsteinmauern alter Gutsanlagen, Siedlerhäuser, Wohnblöcke und zu modernen Wohnungen ausgebaute Stallanlagen. Man trifft hier die Endmoränenlandschaft in allen Formen, wie Misch- und Kiefernwälder, ein alter Steinbruch, Kölpiner Moor, wertvolle Biotope für seltene Pflanzen und Tiere. Diese Elemente besitzen eine hohe Schutzwürdigkeit und deshalb ist die Groß-Kölpiner Gemarkung ein wichtiges Gebiet im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Die hier vorhandenen Hügelgräber stehen ebenfalls unter Denkmalschutz. Unter „Neu-Coelpin“ wurde das Vorwerk im Jahre 1748 erstmalig urkundlich erwähnt. Die wechselvolle Geschichte des Dorfes geht jedoch zurück bis ins 13. Jahrhundert. Der „See Kolpin“ und 100 Hufen waren 1236 ein Geschenk Askanier an die Zisterzienser Mönche, die den Klosterhof Kölpin errichteten. Später ging dieser an das Kloster Walkenried (Zisterzienser). Die Askanier ließen wohl auch um das 11./ 12. Jahrhundert den Wartturm am Südufer des Kölpinsees nahe Götschendorf anlegen. 125 Jahre später gab es nur noch einen „Hof Kolpyn“ mit 20 Hufen. Von der Zeit etwa begann der Verfall. Ab Mitte des 15. Jahrhundert sprach man nur noch vom „wüsten Kölpin“, die Siedlung lag verlassen. Der Aufschwung zu Beginn des 18. Jahrhundert, insbesondere in der Landwirtschaft, zeigte sich auch in Kölpin u.a. in der verstärkten Rodung wüstgewordenen Ackerlandes und Urbarmachung der seit dem Spätmittelalter unbesiedelten Feldmarken. Hier entstanden 4 Vorwerke. Durch Erb-, Kauf- und Tauschgeschäfte der Familien von Arnim wurden die Vorwerke bis 1775 den umliegenden Dorfstellen zugeordnet bzw. zum Ritterwerk Groß-Kölpin zusammengeführt. Zu diesem gehörten 1790 31 Einwohner; 70 Jahre später wurden 4 Wohn-, 8 Wirtschaftsgebäude und 1 Schmiedermeister genannt. 1925 begann durch die deutsche Ansiedlungsbank Berlin in Groß-Kölpin die Besiedlung. Es entstand das bis zu 4 km lang gestreckte Dorf mit den Ortsteil Luisenhof und Wohnplatz Wilhelmshof. Siedlungen wurden gebildet in der Art westfälischer Gehöfte. Die Gemeinde Groß-Kölpin bildete sich 1928. 1939 gab es mehrere land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Durch die Bodenreform 1948 wurden nicht alle Bauernwirtschaften enteignet. Hohenwalde Das Dörfchen wurde 1743 als „Neu Hohenwald“ erstmalig erwähnt. Seit 1991 wird der Ort besonders durch die „Ökologische Domäne“ geprägt. Der Betrieb arbeitet in den Bereichen Feldbau, Nutztierhaltung und Landschaftspflege von der Verarbeitung bis zur Vermarktung nach der Lehre des okölogischen Landbaus. Petersdorf Im Jahre 1281 wurde Petersdorf erstmalig urkundlich als Pfarrdorf „Peterstorp“ erwähnt. An der Straße zwischen Milmersdorf und Petersdorf ist das Sägewerk ROBETA-Holz vor einigen Jahren entstanden. Es verarbeitet Holz aus den heimischen Wäldern Brandenburgs. Die Unternehmer stammen aus der Region und schufen für sich und ihre Mitarbeiter in der uckermärkischen Heimat eine Existenz.